Oberbilker Schachverein

seit mehr als 50 Jahren im Herzen Düsseldorfs

2. Mannschaft

Bezirksliga

Pl.Mannschaft12345678910Sp.MPBP
1SG Benrath 1**4,56,05,03915.5
2SV Hilden 2**6,04,05,53715.5
3SF Gerresheim 32,0**5,06,53613.5
4SG Neuss 1**6,06,02612.0
5SC Erkrath 2**5,05,52610.5
6Düsseldorfer SV 34,03,0**5,53412.5
7Düsseldorfer SK 53,52,0**4,53310.0
8Oberbilker SV 22,52,53,5**308.5
9SV Wersten 12,02,53,0**307.5
10SV Grevenbroich 13,01,52,0**306.5

Organisatorisch läuft es noch nicht ganz optimal, so dass drei Oberbilker die Reise nach Hilden kurzfristig mit dem Taxi antreten mussten. Damit sich der finanzielle Einsatz lohnt, wurde in der siebten Runde der Bezirksliga aber auch ordentlich gekämpft! Durch einen 5:3-Auswärtssieg gegen Hilden II hat die zweite Mannschaft einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht und den letzten Tabellenplatz verlassen.
 
Es fing gut an: Martin Vesper nahm seinem Gegner nach 21 Zügen einen Turm ab, was den ersten Hildener zur Aufgabe bewog. Auch Boris gewann kurze Zeit später seine Partie. Andreas spielte in der Eröffnung eine Reihe von Ungenauigkeiten, was schließlich zu Materialverlust und zur Aufgabe führte. Nach zwei Stunden lagen wir so zwar mit 2:1 in Führung, doch sollte der Mannschaftskampf noch lang und nervenaufreibend werden. Zunächst glich Hilden aus, nachdem Sven in gedrückter Stellung dem gegnerischen Angriff nicht mehr standhalten konnte. Valentin hatte zu diesem Zeitpunkt eine Qualität und einen entfernten Freibauern mehr. Auch wenn er nicht den schnellsten Gewinnweg fand, konnte er Oberbilk aber die erneute Führung sichern. Allerdings war das Ergebnis des Mannschaftskampfs noch völlig offen. Martin Lehotzky hatte am Spitzenbrett ein nur leicht bessere Stellung, dafür stand Philipp an Brett 2 in einem offenen Schlagabtausch sehr stark unter Druck und an Brett vier schwankten die Waagschalen wild!

Die erste Zeitkontrolle brachte aber die Wende! Micha machte als Nachziehender Druck gegen einen Isolani seines Gegners. Beim unzulänglichen
Versuch, sich Angriffschancen gegen den gegnerischen König zu verschaffen, wurde aus dem Isolani aber ein gefährlicher Freibauer. In letzter Sekunde rettete sich der Spieler der Heimmannschaft noch über die 40-Züge-Grenze, wobei aber ein Turmendspiel mit einem Mehr-Freibauern für Michael zustande kam. An den beiden Spitzenbrettern wurde die erste Zeitperiode von allen Spielern voll ausgenutzt. Martin Lehotzky war ausgeschlafen genug, um seinen minimalen Stellungsvorteil zu behalten und Philipp schaffte es seine schlechte Stellung in einen deutlichen Vorteil umzuwandeln.

Doch Micha machte es spannend, ließ die Chance auf den Sieg aus und musste die Partie Remis geben. Martin spielte seine Partie solide weiter, doch im Springerendspiel bei gleichen Bauern konnte auch er nicht über ein Remis hinauskommen, sicherte aber schon mal den ersten Mannschaftspunkt. So trug Philipp die Last der Verantwortung, mindestens ein Remis für den Mannschaftssieg zu erreichen. In einer weiterhin komplexen Stellung überstand er aber mit präzisem Spiel alle Versuche seines Gegners, einen aufopferungswilligen Königsangriff zu starten und konnte zugleich Nadelstiche in der gegnerischen Stellung setzen. Schließlich streute Philipp mit weniger als fünf Minuten auf der Uhr ein zweizügiges Matt ein und brachte seinen Gegner zur Aufgabe und der Mannschaft den Auswärtssieg.

Dank günstiger Ergebnisse in den anderen Kämpfen konnte die Mannschaft die rote Laterne abgeben und hat den Klassenerhalt wieder selbst in der Hand. Mit einem Sieg in Runde acht wäre der Nicht-Abstieg schon so gut wie besiegelt.

Die Zweite Mannschaft - mit nur einem Punkt Schlusslicht der Bezirksliga - empfing mit dem DSV III den Vorletzten zum Kellerduell. In diesem Sechs-Punkte-Spiel ging es angesichts eines Rückstands von drei Punkten bei schlechteren Brettpunkten für Oberbilk darum, den Anschluss an die Nichtabstiegsplätze zu halten.

Früh remisierte mit Juri einer von zwei Ersatzspielern in der Oberbilker Aufstellung. Ich musste nach einem ebenso gewagten wie unnötigen Qualitätsopfer, für das zwei Freibauern nicht annähernd ausreichend Kompensation boten, die Waffen strecken. Kurz darauf tauschte Dani an Brett 8 einen halben Punkt gegen eine Kopfschmerztablette seiner Gegnerin. Am Spitzenbrett nahm Martin Lehotzky gegen 13 Uhr das Remisangebot seines Gegners in der Annahme an, der Mannschaftskampf sei sowieso verloren. Doch in der folgenden Stunde entwickelte sich ein spannungsgeladener Abstiegskrimi. Valentin wirbelte in unklarer Stellung mit seinen Springern über die Felder, bis sein Gegner eine Gabel mit Turmverlust übersah und aufgab. Micha schüttelte sich die "Scheiße" vom Schuh, die er im Lauf der Partie angesammelt hatte. Sein Gegner fand knapp vor der Zeitkontrolle die schlechtesten Züge und Michas Materialgewinn brachte Oberbilk erstmals mit 3,5:2,5 in Führung. Martin Vesper rettete sich über die Zeitkontrolle und nahm dabei glücklicherweise auch die Qualität und seinen Freibauern mit, welche er zuvor gewinnen konnte. Als ich gegen 14 Uhr das Spiellokal verließ, standen Martin und Philipp auf Gewinn. Während Philipp seine Partie verlor, sicherte Martin der Mannschaft mit seinem Sieg den ersten Dreier der Saison.

Im Abstiegskampf muss man zum Glück nicht gut spielen, so lange man die Punkte holt. Die Rote Laterne bleibt zwar in Oberbilk, aber die Mannschaft hat Moral bewiesen und rückt den Mannschaften auf den Nichtabstiegsplätzen auf die Pelle. Runde 6 war sicherlich ein Vorgeschmack auf ein spannendes letztes Drittel der Saison!

Andreas B.